Käseverkäufer

Neulich saßen Sie und Er
bei dem Kä-se-ver-käu-fer
nicht wie sonst da nur im steh’n
sollte so die Zeit vergeh’n

Bis auch sie von ihm bedient
der immer freundlich dabei grient
“Was soll’s denn sein” so seine Frage
legt das Papier auf seine Waage

»Kräftig, würzig mit Geruch«
davon hat Er nie genug
So mancher Käse in dem Tresen
war schon kurz vor dem verwesen

Zusammen mit der Kühlungsluft
vermischte sich der faule Duft
um sich im Laden zu verbreiten
soll den Gourme zum Kauf verleiten

Ganz tief aus dem Darme drinnen
lässt Er kräftig was entrinnen
eine Wolke ärgstem Duft
vermischt sich mit der Käseluft

Als ihn die Wolke zart umschleicht
des Käsemannes Grinsen weicht
der rümpft prüfend schon die Nase
ob der für ihn so fremden Gase

Es könnt’ ja sein, das eine Sorte
nunmehr stinkt, wie sonst Aborte
drum schaut der Käsemann und schnüffelt
ob ein Käse anders müffelt

Unterdessen vor dem Glas
gefüllt vom intensiven Gas
beugt Er sich vor zum Hinweis geben
den soll er auf die Waage legen.

Doch durch das Beugen und auch Bücken
scheint ihm erneut was zu entrücken
Er spürt es nur und hört es nicht
doch stinken tut es fürchterlich.

Bevor ein Kunde sich beschwerd
Er selbst aus seiner Haut nun fährt
»Vom Käse hab ich jetzt genug!«
»Hier kauf ich nicht, bei dem Geruch.«

Holger Lilischkis

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